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10 Fragen an Solocellistin Estelle Revaz

10 Fragen an Solocellistin Estelle Revaz
21. August 2020 Aloisia Dauer
Estelle Revaz Cello

Liebe Leser,

ich möchte diese Woche meine Artikelreihe “10 Fragen an …” fortsetzen mit 10 Fragen an Solocellistin Estelle Revaz. In dieser Reihe stelle ich Fragen übers Üben, Übetipps und Motivation an Musikerkollegen. Dieses spannende Interview habe ich mit der Cellistin und Dozentin Estelle Revaz geführt und ich freue mich sehr, dass sie sich Zeit dafür genommen hat.

Ich möchte Estelle kurz vorstellen:

Estelle Revaz ist eine der bekanntesten, jungen schweizerischen Solokünstler, Dozentin für Violoncello und Kammermusik an der Kalaidos Musikhochschule in Zürich und bei internationalen Meisterkursen. Estelle zählt seit 2015 zum “Forum des 100” – 100 Persönlichkeiten, die die Zukunft der Schweiz vertreten. Sie konzertiert weltweit, bei renommierten Festivals und hat bereits mehrere CD’s aufgenommen. Nach ihren Anfängen in der Schweiz wurde sie in Frankreich am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse de Paris unter Jérôme Pernoo sowie in Deutschland an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Maria Kliegel ausgebildet.

Bereits in sehr jungen Jahren gewann Estelle Revaz mehrere Preise wie z.B. den 1. Preis der Fondazione Antonio Salieri di Legnano in Österreich, der ihr ihre erste Tournée als Solistin in Italien, Deutschland und Holland ermöglichte. Sie ist ebenfalls Preisträgerin mehrerer Stiftungen und Verbände, die sie in ihrem musikalischen Werdegang durch Stipendien sowie durch die Organisation von Konzerten unterstützen. Zu erwähnen wären der Fonds Français Instrumental, die Stiftungen Leenaards, Little Dreams, Kremer, Dénéréaz, Thiébaud-Frey, Patiño, FestiValais, die Stadt Genf oder auch den Kanton Wallis.
2014 wurde sie bei der Verbier Festival Academy eingeladen und hat in diesem Rahmen den Preis Rotary gewonnen.

Meine Fragen an Solocellistin Estelle Revaz

1. Hast du gerne geübt, als du angefangen hast Cello zu lernen?

Ja ich war sehr neugierig! Ich war immer sehr begeistert, neue Klänge zu entdecken. Meine Mama hat am Anfang mit mir geübt. Es hat sicher geholfen. Danach gab es eine Phase, in der ich ein bisschen weniger geübt habe. Die Ziele waren zu einfach um mich zu motivieren. Aber dann bin ich mit 10 Jahren nach Paris umgezogen. Auf einmal sollte ich plötzlich viel mehr üben. Die Ziele waren viel höher und ich wollte diese Ziele erreichen. Das hat meiner Motivation sicher sehr geholfen.

2. Wie hast du gelernt gut zu üben?

Am Anfang habe ich einfach die Stücke durchgespielt und es ist von allein besser geworden. Natürlich habe ich intuitiv Intonation, Rhythmus usw., korrigiert. Ich hatte aber keine richtige Methode. Damals haben meine Professoren nicht besonders darüber geredet. Ich hatte einfach Ziele für jede Unterrichtsstunde zu erreichen, aber mehr nicht. Ich war begabt und es hat irgendwie so geklappt. Aber die Stücke sind irgendwann schwieriger geworden. Ich habe mit 14-15 Jahren bemerkt, dass ich meine Übezeit organisieren muss. Auch die Übemethoden. Es war die Bedingung, um Fortschritte zu machen.

3. Wie sieht deine Überoutine aus?

Ich habe ja immer viel Repertoire zu üben und wenig Zeit. Ich konzentriere also mein Üben auf meine Konzertprogramme. Es ist mir aber sehr wichtig, regelmäßig zu üben. Jeden Tag übe ich mindestens 4 Stunden. Manchmal mehr, wenn ich kann und wenn es nötig ist. Ich teile dann die Zeit mit den verschiedenen Stücken ein und nach den verschiedenen Schwierigkeiten. Ich versuche, eine Balance zwischen der Detailarbeit und dem Durchspielen zu finden. Für die Detailarbeit benutze ich eine Liste mit verschiedenen Übezielen. Ich plane aber eine Rotation mit diesen Übezielen ein, um nie an einem Ziel kleben zu bleiben. Diese Rotation hilft meiner Motivation (die Arbeit wird so nie langweilig), meinem Selbstvertrauen (ich weiß, dass ich alles tiefgründig und auf mehrere Kriterien hin geübt habe) und der Qualität meiner Arbeit (die Rotation der Übeziele hilft meinem Gehör sich zurechtzufinden).

4. Schreibst du deine Übeziele auf?

Natürlich. Es gibt eigentlich 4 große Kategorien:

-Intonation

-Rhythmus

-Klang

-Musikalität

Man kann in jeder Kategorie noch viel mehr ins Detail gehen. Zum Beispiel am Anfang kann man zufrieden sein, wenn man den Rhythmus befolgt. Aber dann kann man versuchen an die Agogik zu denken. Und dann Agogik mit dem Zusammenspiel zusammen zu bringen usw.

5. Wie planst du dir deine Übezeit in deinen Tagesablauf ein?

So regelmäßig wie möglich und so früh wie möglich. Es gibt immer Unvorhergesehenes. So kann ich sichergehen, dass ich meine Übezeit mit dem Cello schon gemacht habe.

6. Was sind die drei größten Schwierigkeiten beim Üben, die du bei deinen Schülern siehst?

-Regelmäßig und geduldig üben

-Sich durch Übeziele aufmerksam zuzuhören

-Motivation: dran zu bleiben, auch wenn die Ergebnisse sich manchmal erst später zeigen

7. Wie motivierst du dich zum Üben vor allem an den Tagen, an denen du keine Lust und Energie hast?

Cello üben ist einfach in meinen Tagesablauf integriert. Ich frage mich dann nicht, ob ich Lust oder keine Energie habe. Natürlich ist es einfacher und schöner, wenn ich Lust und Energie habe. Aber wenn keine Lust da ist, macht es nichts – ich übe trotzdem.

8. Wie motivierst du deine Schüler?

Immer neue Ziele finden und festlegen. Ich kommuniziere kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele. Damit meine Studenten wissen, wo sie sind und wie schnell sie ihren Weg gehen. Sie lernen auch sich selber zu beurteilen und es hilft unglaublich viel für die Motivation.

9. Wie vorbereitest du dich auf ein Konzert und wie gehst du mit Lampenfieber um?

Ich habe einige Methoden gelernt. Visualisierung, Atemkontrolle usw. Lampenfieber ist ganz normal, wenn mal vor einem Publikum spielt. Man kann es nicht vermeiden. Man kann aber lernen, Lampenfieber unter Kontrolle zu halten. Vorspielen vor einer Prüfung, wichtigen Konzerten, etc., ist auch sehr hilfreich.

10. Angenommen, du könntest deinen Schülern nur drei Übetipps mitgeben. Was sind für dich die drei besten Tipps fürs Üben?

-Regelmäßig und mit Geduld üben

-Klare Übeziele definieren und sich so gut zuhören

-Mit Freude und einem Lächeln die Musik genießen

 

Wo können die Leute mehr über dich erfahren und mit dir in Kontakt bleiben?

Website: www.estellerevaz.com

Instagram: Estelle Revaz

Facebook: EstelleRevazCellist

YouTube: Kanal Estelle Revaz

Vielen Dank dir Estelle!

 

Das ganze Gespräch auf YouTube Live und meine Fragen an Solocellistin Estelle Revaz gibt es hier zu sehen:

Das letzte Interview in dieser Reihe könnt ihr HIER lesen: 10 Fragen an Gitarrist Pedro Aguiar

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